Stell dir einen Kalender vor, in dem jedes Jahr ein eigenes Gesicht trägt – ein Tier, ein Element und eine Farbe. So zählt die chinesische Tradition die Zeit: Zwölf Tiere wechseln einander ab, dazu kommen die fünf Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser im Kreislauf, und jedes Element prägt zwei aufeinanderfolgende Jahre. 2026 ist es das Feuerpferd – ein Jahr, das viele als Einladung empfinden, dem eigenen inneren Feuer nachzuspüren.
Wann das Jahr beginnt und endet
Das Jahr des Feuerpferds hat am 17. Februar 2026 begonnen, mit dem ersten Tag des ersten Mondmonats. Das Neujahr richtet sich nach dem Neumond und wandert deshalb zwischen dem 21. Jänner und dem 20. Februar. 2026 traf es mit einer ringförmigen Sonnenfinsternis zusammen, einem „Feuerring“ am Himmel. Das Feuerpferd begleitet uns noch bis zum 5. Februar 2027.
Im Kalender heißt das Jahr Bing Wu (丙午). Der Himmelsstamm Bing steht für Yang-Feuer, der Erdzweig Wu für das Pferd. Weil sich zehn Himmelsstämme und zwölf Erdzweige zu 60 Kombinationen verbinden, kehrt es nur alle 60 Jahre wieder: Die letzten Feuerpferd-Jahre waren 1966 und 1906, das nächste folgt 2086.
Das Pferd: Symbol für Freiheit und Aufbruch
Das Pferd ist das siebente der zwölf Tiere, nach Ratte, Büffel, Tiger, Hase, Drache und Schlange. Die Legende vom großen Rennen erzählt, dass sich die Schlange am Huf des Pferdes versteckte und es erschreckte – so schlüpfte sie auf Platz sechs, und das Pferd wurde Siebentes.
In der Überlieferung gilt das Pferd als energisch, selbstbewusst, kreativ, abenteuerlustig, freiheitsliebend, direkt und tatkräftig. In China steht es für Stärke, Ausdauer und Streben. Besonders schön ist der Ausdruck „Drachen-Pferd-Geist“ (龙马精神) für Widerstandskraft, Energie und Entschlossenheit. Symbolisch lädt dich das Pferd zu einer Frage ein: Wohin zieht es mich – und was möchte ich mit offenem Herzen wagen? Auch seine Schattenseiten erzählen etwas: Die Tradition nennt Rastlosigkeit, Ungeduld, Impulsivität und Sturheit. Daraus wird die zweite Frage des Jahres: Wo darf ich innehalten, bevor ich losgaloppiere?
Doppeltes Feuer: die Energie des Jahres
Was dieses Jahr so besonders macht, ist seine doppelte Glut. Der Himmelsstamm Bing ist Yang-Feuer, und auch das Pferd selbst ist dem Feuer zugeordnet; sein Erdzweig Wu ist ebenfalls Yang. Wu gehört zum Süden, zur Doppelstunde von 11 bis 13 Uhr und zum fünften Mondmonat. Im Feng Shui spricht man deshalb von einem „Double Fire“-Jahr – eine Feng-Shui-Deutung, keine Aussage des Kalenders. Ein weiterer Name lautet „Rotes Pferd“ (hongma). In der bildhaften Überlieferung der BaZi-Lehre gilt Bing als Sonne: strahlend und selbstständig.
In der Fünf-Elemente-Lehre, die Zou Yan im 3. Jahrhundert v. Chr. systematisierte, gehören zum Feuer die Farbe Rot mit Orange als Zwischenfarbe, der Sommer und der Süden, der Planet Mars, der Zinnoberrote Vogel als Himmelstier und die Tugend des Anstands. Holz nährt das Feuer, und aus dem Feuer entsteht Erde in Form von Asche – Feuer verzehrt nicht nur, es verwandelt und hinterlässt Boden für Neues.
Was das Feuerjahr dich fragen kann
Die überlieferten Themen des Jahres passen dazu: Mut, Aufbruch, Freiheit, Bewegung, Leidenschaft und Kreativität, dazu Entschlossenheit, rasches Handeln und Wandel. Nimm sie nicht als Vorhersage, sondern als Spiegel. Welches Feuer brennt in dir – und wofür? Welcher Traum wartet auf Raum? Und welche Glut möchtest du lieber hüten, statt sie ungeduldig zu entfachen?
Die Tugend des Anstands, die dem Feuer zugeordnet ist, setzt dazu einen schönen Gegenpol: Leidenschaft, die achtsam mit anderen umgeht. Der Sinologe Prof. Xiaohuan Zhao beschreibt das Frühlingsfest als Zeit der „Wiedervereinigung, Besinnung und Erneuerung“ – drei Worte, die dich durchs ganze Jahr begleiten können.
Wie das Jahr gefeiert wird
Das Frühlingsfest steht seit 2024 auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes. Man putzt das Haus, isst am Silvesterabend gemeinsam und bleibt lange auf, trägt neue Kleidung, ehrt die Ahnen und überbringt Glückwünsche. Rote Laternen, rote Umschläge (Hongbao), Feuerwerk sowie Drachen- und Löwentänze gehören dazu. Das Fest dauert 15 Tage und endete 2026 mit dem Laternenfest am 3. März.
Heilsteine, die man mit dem Feuer verbindet
In der westlichen Steinkunde werden dem Feuer-Element vor allem rote und orangefarbene Heilsteine zugeordnet, die Leidenschaft, Mut und Kreativität verkörpern sollen.
Granat
Der tiefrote Granat steht für Mut, Leidenschaft und Ausdauer. Du findest ihn in unserer Karfunkel-Kollektion, etwa als Karfunkel-Armband oder als Karfunkel-Kurzkette.
Karneol
Der orangerote Karneol wird mit Kreativität verbunden und dem Sakralchakra zugeordnet. Schon die alten Ägypter sahen in ihm ein „Symbol des Lebens selbst“. Ein schönes Begleitstück ist der Herzenergie-Anhänger.
Sonnenstein
Mit seinem warmen, funkelnden Schimmer wirkt der Sonnenstein wie ein Stück eingefangenes Sonnenlicht und passt damit wunderbar zum Bild der Bing-Sonne. Manche tragen ihn als kleinen Sommergruß durch die dunklere Jahreszeit, zum Beispiel als Sonnenfeuer-Armband.
Rubin
Der Rubin gilt als „Feuer des Herzens“ und wird als der „natürlichste“ Stein des Roten-Pferd-Jahres beschrieben.
Eine Randnotiz aus Japan: Hinoeuma
In Japan heißt das Feuerpferd Hinoeuma. Ein Aberglaube aus der Edo-Zeit, ohne rationale Grundlage, schrieb Frauen dieses Jahrgangs ein heftiges Temperament zu – 1966 sanken die Geburten deshalb laut IPSS um rund ein Viertel. Heute sehen das die meisten gelassen: Im Jänner 2026 lagen die Geburten sogar leicht über dem Vorjahr.
Ausblick: die Feuer-Ziege übernimmt
Am 6. Februar 2027 beginnt Ding Wei (丁未), das Jahr der Feuer-Ziege. Das Feuer bleibt, denn jedes Element prägt zwei Jahre in Folge – doch aus dem Yang-Feuer (Bing) wird Yin-Feuer (Ding), aus dem Aufbruch ein stilleres Leuchten. Was die Ziege mitbringt, erfährst du im Artikel Das Jahr der Feuer-Ziege 2027.
Dein Begleiter durch das Feuerjahr
Wenn du das Feuer des Jahres bei dir tragen möchtest, ist der tiefrote Granat unserer Karfunkel-Kollektion ein schöner Begleiter – kleine glühende Kohlen, die im Licht rot aufleuchten. Für jeden Tag am Handgelenk das Karfunkel-Armband, nah am Herzen die Karfunkel-Kurzkette oder fein und dezent die Karfunkel-Ohrstecker. Und wer lieber das warme Leuchten der Bing-Sonne mag, greift zum Sonnenfeuer-Armband.
Quellen: Hong Kong Observatory; National Institute of Population and Social Security Research (IPSS), Japan; World Bank Data Blog; UNESCO
Hinweis: Die beschriebenen Zuschreibungen stammen aus der chinesischen Kalendertradition und der Überlieferung. Sie sind keine Vorhersage und wissenschaftlich nicht belegt.