Pinolith – der Eisblumenstein und das Gleichgewicht von Hell und Dunkel

Pinolith – der Eisblumenstein und das Gleichgewicht von Hell und Dunkel - BLG Beautiful Life

Stell dir einen dunklen, fast schwarzen Stein vor, über den sich helle Kristalle legen – wie Eisblumen an einem Winterfenster oder wie Pinienkerne, die jemand über grauen Samt gestreut hat. Dieses klare Spiel von Hell und Dunkel ist das Markenzeichen des Pinolith. Kein Hell ohne Dunkel, kein Dunkel ohne Hell: Vielleicht spricht dieser Stein gerade deshalb so viele Menschen an, die nach innerem Gleichgewicht suchen.

Eisblumen auf dunklem Grund

Pinolith ist ein Gestein – ein natürliches Gemenge aus mehreren Mineralen. Die hellen, weißen bis grauen, manchmal gelblich-braunen Kristalle bestehen aus Magnesit, sind meist leistenförmig und oft zwischen 5 und 15 Millimeter groß. Eingebettet sind sie in eine dunkle, graphit- und tonhaltige Grundmasse, meist Dolomit.

Das Muster entsteht beim Wachsen der Kristalle: Die Magnesitkristalle drängen Graphit und Tonteilchen beiseite, und diese sammeln sich als feines, dunkles Netz zwischen den hellen Kristallen. So entsteht die „Eisblumentextur“ – daher auch der Name Eisblumenmagnesit. Was für ein Bild: Das Helle wächst, und das Dunkle verschwindet dabei nicht, sondern findet seinen Platz rundherum. Erst beides zusammen ergibt das Muster. Mit einer Härte von etwa 3,5 bis 4,5 auf der Mohs-Skala ist Pinolith eher weich.

Ein Name vom Pinienkern

Seinen Namen erhielt das Gestein 1873 von Professor Johann Rumpf. Er verglich die hellen Kristallquerschnitte mit den Früchten der Pinie, Pinus pinea – den Pinienkernen, auf Italienisch pinoli. Im Bauwesen kannte man ihn damals schon als „Pinolistein“; die Endung „-lith“ stammt vom griechischen lithos, Stein. Ein Samenkorn als Namensgeber – ein schönes Sinnbild für etwas, das still in sich ruht und doch Wachstum in sich trägt. Poetische Beinamen hat er viele gesammelt: Raureif-Pinolit, Eisblumenstein, Edelweißstein, Mandelmagnesit oder Sternmagnesit.

Ein Gestein, das sein Geheimnis bewahrt

So klar sein Muster ist, so offen ist bis heute die Frage nach seiner Entstehung. Der Geologe K. A. Redlich vermutete 1907, magnesiumhaltige Lösungen seien nachträglich in Kalk eingedrungen; spätere Forscher dachten an eine Bildung gleichzeitig mit dem Sediment, neuere Arbeiten betonen Umwandlungen unter Druck und Wärme. Ebner und Prochaska schrieben 2001, die Entstehung sei „auch nach 140 Jahren Magnesitforschung ein brandheißes Thema“. Ein Stein, der nicht alles von sich preisgibt – und gerade darin liegt ein Teil seines Zaubers.

Eine Geschichte aus den steirischen Bergen

Das klassische und bekannteste Vorkommen des Gesteins ist der Sunk bei Hohentauern in der Steiermark. Schon Rumpf nannte 1873 neben dem Sunk auch Wald bei Kalwang und den Semmering; weitere Vorkommen von Pinolit-Magnesit liegen etwa in Lassing, Veitsch und Oberdorf sowie in Niederösterreich. Im Sunk lag, auf Grund des Stiftes Admont, laut Hasitschka „der einzige Steinbruch für diesen Schmuckstein in Österreich“. Beschrieben ist pinolitischer Magnesit aber auch aus Nordost-Spanien und British Columbia in Kanada.

Lange vor seiner Benennung war das Gestein ein begehrter Baustein. Der älteste bekannte Nachweis stammt aus dem Jahr 1641: Ein Vertrag mit dem Bildhauer M. J. Pock für den Wiener Stephansdom nennt „schwartz und weiß gesprängten Steirisch- oder Klagenfurthischen Märblstain“ aus dem Sunk. Aus dem 17. Jahrhundert sind auch die Seitenpfeiler des Hochaltars im Stephansdom und das Grabmal des Grafen Werdenberg in der Wiener Michaelerkirche überliefert. Im Stift Admont fand er ab dem 17. Jahrhundert Verwendung; nach dem Brand von 1865 setzte Baumeister Wilhelm Bücher ihn beim Wiederaufbau der Stiftskirche laut Hasitschka „erstmals europaweit“ als Fundamentstein und Basis für die tragenden Pfeiler ein. Ein Gestein also, auf dem in Admont buchstäblich gebaut wurde – ein Bild für Halt und Beständigkeit.

Pinolith in der überlieferten Steinkunde

In der überlieferten Steinkunde gilt der Pinolith als Stein des Ausgleichs. Man schreibt ihm eine beruhigende, besänftigende Ausstrahlung zu und verbindet ihn mit dem Gleichgewicht zwischen Gefühl und Verstand – zwischen dem, was du fühlst, und dem, was du abwägst. Auch Optimismus wird ihm zugeschrieben. Bei den Chakren wird er dem Kronenchakra zugeordnet, astrologisch dem Widder. Daher tragen unsere Schmuckstücke mit Pinolith den Namen „Ausgleich“.

Das Bild von Hell und Dunkel ist keine alte Zuschreibung, sondern das, was der Stein dir selbst zeigt – und es passt wunderbar dazu. Die hellen Kristalle könnten für Klarheit und Verstand stehen, der dunkle Grund für die Tiefe deiner Gefühle. Keines ist besser als das andere, keines soll verschwinden. Und weil er in unserer Oktober-Kollektion zu Hause ist, begleitet er die Zeit, in der Licht und Dunkelheit sich im Jahreslauf neu ordnen: Die Tage werden kürzer, und für viele wird das Innen wichtiger als das Außen.

Wie Menschen ihn tragen und erleben

Viele lieben am Pinolith sein ruhiges, natürliches Muster: Kein Stein gleicht dem anderen, jede Perle hat ihre eigenen Eisblumen. Das Miteinander von Hell und Dunkel empfinden manche als Erinnerung daran, dass beides zusammengehört und erst gemeinsam ein Ganzes ergibt. Andere schätzen die lange Geschichte des Gesteins in Österreich, und viele mögen einfach, wie gut sich sein grau-weißes Spiel zu Schwarz, Silber oder warmen Naturtönen kombinieren lässt.

Damit du lange Freude daran hast

Pinolith ist ein eher sanfter Stein und freut sich über ein wenig Achtsamkeit. Zum Reinigen genügen klares Wasser und ein weiches Tuch – auf Ultraschall- und Dampfreiniger verzichtest du am besten. Säuren mag er nicht: Halte ihn von Essig- und Zitronenreinigern, Entkalkern und säurehaltiger Kosmetik fern. Bewahre ihn getrennt von härteren Steinen in einem Stoffbeutel auf, dann bleibt seine Oberfläche lange glatt. Und bei Armbändern auf elastischem Faden gilt: Kurz abwaschen ist kein Problem, nur ausgiebige Bäder sparst du dem Faden zuliebe besser aus.

Die Ausgleichs-Schmuckstücke

Mit Pinolith trägst du ein Gestein, das seit Jahrhunderten Geschichte schreibt und dich an das Gleichgewicht von Hell und Dunkel erinnert. Entdecke die Oktober-Kollektion mit dem Ausgleichs-Donut und dem Ausgleichs-Armband. Passend dazu gibt es den Ausgleichs-Anhänger aus unserer September-Kollektion. Ebenfalls in der Oktober-Kollektion zu finden ist der Granat – warum er früher „glühende Kohle“ hieß, liest du in unserem Artikel über Granat und Karfunkel.

Quellen: J. Rumpf (1873), Über Pinolit, Verhandlungen der k.k. Geologischen Reichsanstalt; F. Ebner & W. Prochaska (2001), Die Magnesitlagerstätte Sunk/Hohentauern und ihr geologischer Rahmen, Joannea Geologie und Paläontologie; K.-H. Krisch (2001), Die Geschichte vom Bruch im Sunk, Joannea Geologie und Paläontologie; J. Hasitschka (2018), Pinolit-Magnesit als Baustein im Stift Admont, res montanarum

Hinweis: Die beschriebenen Eigenschaften beruhen auf Überlieferung und Erfahrung und sind wissenschaftlich nicht belegt. Heilsteine ersetzen keine ärztliche Behandlung.

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